Eltern bzw. Familien und Steuern

Kindervergünstigungen in der Einkommensteuer

In der Beratungsstelle des ABER KLAR! e.V. Lohnsteuerhilfevereins in München, Schwanthalerhöhe beraten wir immer wieder junge Eltern, die sich bezüglich der ihrer Steuererklärungspflichten nicht sicher sind. Gerade bei Bezug von Entgeltersatzleistungen wie Mutterschaftsgeld und Elterngeld sowie bei einem Lohnsteuerklassenwechsel kann es am Jahresende zu üppigen Nachzahlungen kommen. Und gerade junge Eltern nehmen ohnehin schon hohe finanzielle Einbußen für die Familiengründung hin. Kommt noch ein Umzug in eine größere Wohnung hinzu oder ist eine komplette Babyausstattung anzuschaffen, fühlen sich junge Familien häufig am Ende ihrer finanziellen Belastbarkeit. Eine hohe Einkommensteuernachzahlung können sich viele Familien schlicht nicht leisten. Wir beraten Sie daher kompetent und zuverlässig im Rahmen der Mitgliedschaft im Lohnsteuerhilfeverein.

Viele Fragen betreffen Kindervergünstigungen wie Kindergeld, Kinderfreibetrag, Freibetrag für Betreuung, Erziehung und Ausbildung, Kinderbetreuungskosten, Haushaltshilfen oder haushaltsnahe Dienstleistungen. Hier ist immer wieder die Frage, was kann ich wann zum Abzug bringen?

Bitte beachten Sie, dass wir für die Richtigkeit und Vollständigkeit dieser Zusammenfassung nicht haften. Wir beraten Sie jedoch gerne ausführlich, vollständig und klären Ihr individuelles Problem.

 

Steuererklärungspflicht

Wann bin ich zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet?

Informationen rund um das Thema Abgabepflicht Einkommensteuererklärung erhalten Sie unter zuvorgenanntem Link.

Kindervergünstigungen

Kinderbetreuungskosten, Kindergeld, Kinderfreibetrag, Freibetrag für Betreuung, Erziehung und Ausbildung, Haushaltshilfen oder haushaltsnahe Dienstleistungen

Kinderbetreuungskosten

Als Kinderbetreuungskosten werden Ausgaben in Geld oder Geldeswert bezeichnet, die als Entgelt für Dienstleistungen zur Betreuung eines Kindes geleistet werden.

 

Hierbei kommen insbesondere folgende Kinderbetreuungseinrichtungen in Betracht:

  • Kindergarten, Kinderhort, Kindertagesstätte
  • Tagesmutter, Wochenmutter, Ganztagespflegestellen
  • Beschäftigung von Kinderpflegerinnen, Erzieherinnen, Kinderschwestern
  • Haushaltshilfen

Nicht gefördert werden:

  • Unterricht
  • Vermittlung besonderer Fähigkeiten
  • Sportliche und andere Freizeitbetätigungen

 

Ebenfalls keine Kinderbetreuungskosten sind die Kosten für Verpflegung. Diese sind bei der Ermittlung der abzugsfähigen Kosten herauszurechnen.

 

Bis einschließlich Veranlagungsjahr 2011 wurden Kinderbetreuungskosten nur dann als Werbungskosten anerkannt, wenn beide Eltern erwerbstätig bzw. in Ausbildung, behindert oder krank waren. Ab dem Jahr 2012 entfällt diese Kategorisierung.

 

Abzugsfähige Kinderbetreuungskosten sind zwei drittel der Aufwendungen, maximal jedoch 4.000 € je Kind. Die Kinderbetreuungskosten sind nur von demjenigen abzuziehen, der diese tatsächlich getragen hat. Ab dem Jahr 2008 sind die einzelnen Zahlungsbelege der Kinderbetreuungskosten nicht mehr unaufgefordert dem Finanzamt einzureichen.

Wichtig ist, dass Sie über die Kinderbetreuungskosten eine Rechnung oder einen Vertrag vorlegen können und diese unbar auf ein Konto des Dienstleister zahlen.

Das Bundesministerium der Finanzen hat ein Schreiben (BMF-Schreiben) zum Thema steuerliche Berücksichtigung von Kinderbetreuungskosten erlassen. Das Schreiben erhalten Sie unter o.g. Link zum Download.

Das BMF-Schreiben wurden zur Verfügung gestellt vom Bundesministerium der Finanzen, Referat Öffentlichkeitsarbeit, Wilhelmstraße 97, 10117 Berlin.

 

Kindergeld bwz. Kinderfreibetrag

Höhe des Kindergeldes:

für das 1. und 2. Kind je 184 € im Monat

für das 3. Kind je 190 € im Monat

für das 4. Kind und jedes weitere Kind je 215 € im Monat

 

Höhe des Kinderfreibetrags:

2.184 € je Elternteil, 4.368 € für beide Elternteile

 

Höhe des Freibetrags für Betreuung, Erziehung und Ausbildung:

1.320 € je Elternteil, 2.640 € für beide Elternteile

 

Grundsätzlich gilt, dass vom Einkommen der Eltern ein Betrag in Höhe des Existenzminimums für jedes steuerlich zu berücksichtigende Kind steuerfrei bleiben muss. Unterjährig wird dies durch die monatliche Zahlung des Kindergeldes sichergestellt.

Im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung wird geprüft, ob die Gewährung des Kinderfreibetrags bzw. des Freibetrags für Betreuung, Erziehung und Ausbildung zu einem günstigeren Ergebnis führt.

Das schon erhaltene Kindergeld wird dann von der Steuererstattung automatisch vom Finanzamt abgezogen, sodass es nur zur Auszahlung der bereinigten Steuererstattung kommt.

 

Berücksichtigungsfähige Kinder

Folgende Kinder können im Rahmen der Einkommensteuererklärung berücksichtigt werden:

  • im ersten Grad verwandte Kinder (eheliche Kinder, für ehelich erklärte Kinder, nichteheliche und adoptierte Kinder)
  • Pflegekinder, hierbei ist auf ein familienähnliches, auf Dauer angelegtes Verhältnis zu achten. Außerdem darf das „Obhuts- und Pflegeverhältnis zu den leiblichen Eltern nicht mehr bestehen

 

Zu berücksichtigen sind alle Kinder ab Geburt bis einschließlich des Monats, an dem das 18. Lebensjahr vollendet wurde.

Wurde das 18. Lebensjahr vollendet, kommt eine Berücksichtigung grundsätzlich bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres weiter in Betracht, soweit die eigenen Einkünfte und Bezüge des Kindes nicht die Freigrenze von 8.004 Euro pro Jahr übersteigen. Ab dem Veranlagungszeitraum 2012 gilt die Nachweispflicht nicht mehr, soweit sich das Kind in Ausbildung befindet.

 

Bitte beachten Sie, dass wir hierauf noch gesondert Bezug nehmen. Dies wird in Kürze erfolgen.

Wir erstellen Ihre Steuererklärung, prüfen Ihren Einkommenssteuerbescheid und vertreten Ihre Interessen bei Finanzamt.

Kontakt

ABER KLAR! e.V. Lohnsteuerhilfeverein

Beratungsstellenleitung

Tatjana Albert, Steuerberaterin

Theatinerstraße 31, 80333 München

 

Termine nur nach telefonischer Vereinbarung

Telefon: 089 23542433