Privatschule als Sonderausgaben

 

Öffentliche Schulen sind in Deutschland (mit Ausnahme der Europäischen Schule) für die Eltern kostenlos. Anders sieht es bei Privatschulen (Schulen in freier Trägerschaft; Ersatzschule, Ergänzungsschule) aus. Hierfür sind von den Eltern Gebühren zu entrichten, diese richten sich meist nach dem Einkommen der Eltern. Diese Schulgebühr oder das Schulgeld sind grundsätzlich steuerlich als Sonderausgaben zu 30%, höchstens jedoch 5.000 Euro abzugsfähig gem. § 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG.

 

Welche Schulen sind berücksichtigungsfähig?

Das Schulgeld muss für eine Schule in freier Trägerschaft oder einer überwiegend privat finanzierten Schule entrichtet worden sein. Voraussetzung ist die Anerkennung durch das zuständige Landesministerium bzw. die Kultusministerkonferenz (z. B. privates Wirtschaftsgymnasium, Berufsfachschule, Handelsschule, Sprachschule), das heißt: es soll eine Förderung der staatlich genehmigten bzw. erlaubten Ersatzschulen und der anerkannten allgemeinbildenden Ergänzungsschulen erfolgen. Ebenfalls Sonderausgaben können Wochenend- und Abendschulen ein. Nicht zum begrenzten Sonderausgabenabzug begünstigt sind Nachhilfeinstitute, Musikschule, Sportverein, Feriensprachkurs. Hochschulen, Universitäten und Fachhochschulen sowie denen gleichzusetzende Schulen im Ausland sind keine begünstigten Schulen.

Die Schule muss sich nicht zwingend in Deutschland befinden, auch Schulen im europäischen Ausland sowie Schulen im EWR-Raum sind begünstigt. Nicht begünstigt sind daher Schulen in der Schweiz.

Zu berücksichtigende Schulen waren bis zum Jahr 2007 ausschließlich Schulen die in Deutschland gelegen waren. Dies wurde ab dem Jahr 2008 aufgegeben.

Hochschulen, Universitäten und Fachhochschulen sowie denen gleichzusetzende Schulen im Ausland sind keine begünstigten Schulen.

Als wichtigste Voraussetzung gilt, dass die Schule zu einem anerkannten Schul-, Jahrgangs- oder Berufsschluss führt bzw. darauf vorbereitet.

 

 

Welche Zahlungen an die Schule sind abzugsfähig?

Abzugsfähig ist das Schulgeld. Nicht abzugsfähig ist das Entgelt für Beherbergung (Unterkunft in der Schule), Betreuung (z. B. Nachmittagsbetreuung oder Hausaufgabenbetreuung), Verpflegung. Eine Berücksichtigung im Wege der Kinderbetreuung ist möglich. Ebenfalls nicht abzugsfähig sind Kosten für Schulbücher, Schulkleidung, kostenpflichtige Kurse wie z.B. Klavierunterricht.

 

 

Wie hoch ist der Sonderausgabenabzug?

Abzugsfähig sind 30% des Schulgeldes, maximal jedoch 5.000 €. Dies ist ein Höchstbetrag, er wird grundsätzlich nicht zeitanteilig aufgesplittert (z.B. bei Besuch einer Schule ab 1.9. sind 30% des Schulgeldes und max. 5.000 Euro abzugsfähig).

 

Weitere Voraussetzungen für den Abzug:

Zwingende Voraussetzung ist, dass Sie Anspruch auf Kindergeld oder Kinderfreibetrag für das zu fördernde Kind haben.

 

Beispiel:

Die Großeltern finanzieren die Privatschule Ihrer Enkelin. Die Enkelin besucht einer Ergänzungsschule, lebt aber normal mit ihren Eltern zusammen, diese bekommen Kindergeld für ihre Tochter. Die Schulgeldzahlungen sind bei den Großeltern nicht abzugsfähig, da sie keinen Anspruch auf Kindergeld oder Kinderfreibetrag haben. Die Eltern können die Zahlungen nicht steuermindernd berücksichtigen, da sie nicht wirtschaftlich belastet waren.

 

Beispiel:

Die Eltern sind geschieden, die Tochter lebt bei ihrer Mutter und besucht eine Privatschule. Diese Kosten werden vom Vater übernommen, der jedoch die Unterhaltszahlung verweigert. Da er nicht zu mindestens 75% seiner Unterhaltsverpflichtung nachkommt wird ihm der Kindergeldanspruch versagt. Hierdurch sind die Kosten für die Privatschule nicht abzugsfähig.

 

 

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