Abzug für ein häusliches Arbeitszimmer

Voraussetzungen für ein häusliches Arbeitszimmer

In der Vergangenheit gab es durch die gesetzlichen Änderungen immer wieder Schwierigkeiten bei der Geltendmachung von Kosten im Rahmen des häuslichen Arbeitszimmers. Da auch in der täglichen Beratungspraxis immer wieder Fragen auftauchten hier nun nochmals in Kürze die aktuellen steuerlichen Ansatzpunkte

  • Vorliegen eines häuslichen Arbeitszimmers dem Grunde nach (kein Archiv, kein Lagerraum, kein Ausstellungsraum)
  •  Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung ==> Ansatz der Kosten in voller Höhe
  • Nicht Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung, aber kein anderer Arbeitsplatz vorhanden ==> Ansatz der angefallenen Aufwendungen bis zu 1.250 € als Werbungskosten oder Betriebsausgaben.

Was fällt unter den Begriff des häuslichen Arbeitszimmers?

Wichtigster Punkt ist zweifellos, dass das Arbeitszimmer in die häusliche Sphäre eingebunden ist. Kein Arbeitszimmer liegt vor, wenn es sich eigentlich nicht der Ausstattung und Funktion nach um ein Büro handelt. Das ist immer dann gegeben, wenn z. B. Archiv, Lagerräume oder Ausstellungsräume eines angestellten Handelsvertreters vorhanden sind. Dies gilt selbst dann, wenn diese in die häusliche Sphäre eingebunden sind. Dies ist z.B. bei selbständigen Tupperware – Beraterinnen der Fall oder bei vielen Handelsvertretern.

Beispiele für das Vorliegen eines häuslichen Arbeitszimmers sind:

  • Büro bei selbständiger Arbeit ( Handelsvertreters, Grafiker, schriftstellerischer Tätigkeit, Architekt, Nachhilfetätigkeit, Übersetzerin, Journalisten).
  • Anmietung einer unmittelbar angrenzenden Wohnung an die Familienwohnung.
  • Musikzimmer bei freiberuflich tätigen Musikern, wenn hierin Musikunterricht erteilt wird.

Es liegt hingegen kein häusliches Arbeitszimmer vor:

  • die Praxis oder Kanzlei grenzt unmittelbar an die Privatwohnung an, es handelt sich aber definitiv um ein Büro. Das ist immer dann gegeben, wenn laufender Publikumsverkehr vorhanden ist (z.B. bei Zahnarztpraxis, Arztpraxis, Rechtsanwaltskanzlei, Tierarztpraxis)
  • Privatwohnung und Ladengeschäft befinden sich im gleichen Gebäude. Das ist z.B. geben bei einer Bäckerei, Metzgerei, Restaurant, Kneipe, Floristikgeschäft, Modegeschäft, uvm. Die reine Nähe zur Privatwohnung ist hier unbeachtlich. Aber Vorsicht: Werden in der Privatwohnung die Büroarbeiten in einem hierfür vorgesehen Zimmer erledigt, kann es sich sehr wohl um ein häusliches Arbeitszimmer handeln. Hier ist der Einzelfall entscheidend.
  • Arbeitszimmer im Keller, soweit hier kein Lagerraum, Ausstellungsraum oder Archiv vorliegt.

 

Höchstbetrag von 1.250 €

Bei dem Betrag von 1.250 € handelt es sich nicht um einen Pauschalbetrag, sondern um einen Höchstbetrag. Die anteiligen Kosten für das Arbeitszimmer müssen tatsächlich angefallen sein und sich belegen lassen. Sind die anteiligen Kosten niedriger wie 1.250 €, sind auch nur diese Kosten als Werbungskosten oder Betriebsausgaben anzusetzten.

Sie finden hier auch das relevante Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen (BMF-Schreiben) über die einkommensteuerliche Behandlung der Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer vom 2.3.2011.

Das BMF-Schreiben wurden zur Verfügung gestellt vom Bundesministerium der Finanzen, Referat Öffentlichkeitsarbeit, Wilhelmstraße 97, 10117 Berlin.

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Kontakt

ABER KLAR! e.V. Lohnsteuerhilfeverein

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Tatjana Albert, Steuerberaterin

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